51.8940753/4.477013333333334, 2016

Während seiner Künstler-Residenz in Rotterdam entwickelte Kunt die ortsspezifische Installation „51.8940753/4.477013333333334“. Dabei diente seine unmittelbare Atelier Nachbarschaft im
Hafen und Industriegebiet als Ausgangspunkt. Stets akustisch präsent waren die Geräusche eines Hühnerstalls, der sich in einer benachbarten Garage befindet. Die Laute der Hühner, in dem wiedergewonnenen natürlichen Raum innerhalb des industriellen Gebietes, übersetzte Kunt in Licht, und reaktivierte so eine Straßenlaterne direkt neben seinem Atelier vor Ort.

Für seine in der Ausstellung gezeigte Arbeit „lamp“ werden Rotterdam und Frankfurt in Form einer Live-Übertragung miteinander verbunden und lassen auf abstrakte Weise die dortige Geräusch-Kulisse in den Ausstellungsräumen visuell erfahrbar werden. Die Töne des Hühnerstalls werden auch hier direkt in Licht umgewandelt. Sie erleuchten den Raum mittels gelber, weißer und orangener Lichter, die je nach Tonhöhe in unterschiedlichen Abständen aufleuchten. Kein einziges Geräusch ist zu hören. Vielmehr lassen die in unbestimmter Reihenfolge aufscheinenden Lichter eine abstrakte Verbindung zu der akustischen Quelle in Rotterdam zu. Visuell erweitert wird diese Verbindung durch eine filmische Dokumentation, die das Gelände und den Hühnerstall in Rotterdam zeigt. Bei der Arbeit „bench“ handelt es sich um eine Intervention im öffentlichen Raum in der Nähe des Maashaven in Rotterdam. Ursprünglich zur Absperrung von Hydranten montiert, nutzte Kunt die rechteckige Röhrenkonstruktion auf dem Grünstreifen, der Wohn- und Industriegebiet abgrenzt, als Rahmengerüst für eine Sitzbank. Der minimale Eingriff machte die ehemals funktionelle Absperrung zu einer nützlichen Konstruktion für die Menschen vor Ort. In Frankfurt zeigt Kunt eine Nachbildung der Bank.

english

Kunt’s studio’s immediate neighborhood in Rotterdam’s port and industrial zone during his residency was the starting point of his site-specific installation “51.8940753/4.477013333333334.” Sounds from the nearby chicken coop in a neighboring garage provided a constant acoustic background. Kunt translated the noises of the chickens in their reclaimed natural setting in the industrial zone into light, and reactivated a streetlamp outside his studio.

Creating a live transmission from Rotterdam to Frankfurt for his work “lamp” in the show, he enables the viewer to see the Rotterdam soundscape abstractly: the sounds from the chicken coop are converted into light. The room is lit up by yellow, white, and orange lights that switch on at different intervals according to the pitch of the sounds. The actual sounds are never heard; the irregular sequence of lights as they come on sets up an abstract link to the acoustic source in Rotterdam. The link is visually enhanced by a film depicting the area and the chicken coop in Rotterdam. Kunt’s work titled “bench” is an intervention in public space near Maashaven in Rotterdam. Kunt placed an oblong tubular structure once used as a barrier around hydrants on the green strip between the residential estate and industrial area as the frame for a bench. His minimal intervention enabled local residents to make everyday use of the structure. Kunt is exhibiting a replica of the bench in Frankfurt.

Foto: Günther Dächert