Lichtsäulen, 2016, Skybeamer

Es ist nicht zu über­se­hen. In den Frank­fur­ter Abend- und Nacht­him­mel ragen derzeit drei monu­men­tale Licht­säu­len. Bei guter Witte­rung sind sie noch aus einer Entfer­nung von 30 Kilo­me­tern erkenn­bar. Die Licht­säu­len, die der Frank­fur­ter Künst­ler Levent Kunt entwor­fen hat, gehen zwischen Sonnen­un­ter­gang und Sonnen­auf­gang von drei Orten aus: dem Karme­li­ter­klos­ter, dem Domi­ni­ka­ner­klos­ter und dem Kapu­zi­ner­klos­ter Lieb­frauen.

Levent Kunt war es wich­tig, einer­seits alle drei Klös­ter, aber auch den städ­ti­schen Raum in sein Projekt einzu­be­zie­hen. In seiner künst­le­ri­schen Arbeit geht es Kunt um „mini­male Eingriffe im öffent­li­chen Raum“. Damit möchte er die Wahr­neh­mung des jewei­li­gen Orts beein­flus­sen. Kunts Licht­säu­len lassen den Betrach­ter rätseln, denn sie sind nicht auf Anhieb als Kunst erkenn­bar. Beson­ders eindrück­lich ist ihre Wirkung in unmit­tel­ba­rer Nähe der Klös­ter.

Waren Kirchen früher noch unüber­seh­bare Wegpunkte in der Land­schaft, so sind sie heute, zumal in Frank­furt, kaum noch im Stadt­bild präsent. Deshalb sieht Levent Kunt seinen Eingriff auch als „eine gewisse Markie­rung“. Das Licht spiele in Kirchen archi­tek­to­nisch wie symbo­lisch eine große Rolle, erzählt Kunt. Seit der Moderne denkt man auch an die Lich­ter der Groß­stadt und an die dort entste­hende Licht­ver­schmut­zung. Beide Aspekte greift Kunt mit seinem Projekt auf.

(english)

They can’t be overlooked. Three monumental pillars of light soar up into Frankfurt’s evening and night-time sky. When the weather is good, they can be seen from a distance of thirty kilometres. Designed by Frankfurt artist Levent Kunt, the light pillars shine between sunset and sunrise from three locations: the Carmelite Monastery, the Dominican Monastery and the Capuchin Monastery of Our Lady.

For Levent Kunt it was important to involve all three monasteries, but also the urban space, in his project. Kunt’s artistic concern is with “minimal interventions in the public space”. His intent is thus to influence people’s perception of the respective place. His light pillars pose a riddle to their viewers because they are not immediately recognizable as art. Their effect is especially striking in the direct vicinity of the monasteries.

Whereas churches used to be waypoints visible far and wide, today they’re hardly present in the townscape at all, especially in Frankfurt. For that reason, Levent Kunt sees his intervention as “a kind of marking”. Light plays a major role in churches, both architecturally and symbolically, Kunt observes. Since the advent of the modern age, we also associate it with big cities and the light pollution it causes there. In his project, the artist draws on both aspects.

Eugen El / Schirn Mag

Foto: Günther Dächert