Möbius, Ponto Auge und Habitus (Installation: Skulptur, Malerei, Zeichnung, 2011)

Die Installation besteht aus drei (bzw. vier) Teilen, die jeweils sowohl für sich stehen, als auch in ihrer Gesamtheit in Bezug aufeinander zu denken sind. Das Möbiusband ist als endlose Schleife eine eigentlich zweidimensionale Form, die jedoch durch eine einzige Drehung dreidimensional wird. Möbius steht somit für eine minimale, dreidimensionale Skulptur. Sie hat kein Anfang und kein Ende, kein Oben und Unten. Hier wird sie als Strickskulptur, also als Form, die wiederum aus vielen, kleinen Schleifen besteht, in einer Leuchtvitrine gezeigt. Ausgehend von dieser Form erinnern zwei Bilder in ihrer Ornamentalität an die Wandtapeten der 60er und 70er Jahre. Das grüne Muster spielt auf das ehemalige Logo der Dresdner Bank an, welches wie ein Auge über die Stadt blickte. Es wurde umgangssprachlich daher Pontos Auge genannt. Das gelbe Bild transformiert dieses Muster nach der Übernahme durch die Commerzbank. Im dritten Teil taucht die zu einem Dreieck abstrahierte Form als Körperhaltung in einer Zeichnung wieder auf. Sie ist zum Bestandteil eines Habitus aus der Politik und Wirtschaft geworden. Die reine Form wurde somit in ein Zeichen, ein Logo und schließlich in eine Haltung transformiert.

(english)

The installation consists of three (respectively four) pieces. Every piece stands apart as well as it is connected with the other pieces.
The Moebius Strip is a surface with only one side and only one boundary component. It has the mathematical property of being non-orientable and can be realized as a ruled surface. It is a minimalistic, three-dimensional sculpture without neither a beginning nor an ending. Here, it is presented as a knitted sculpture, consisting of many bows itself.
The two paintings are based upon the Moebius’ shape. The green pattern refers to the past Dresdner Bank emblem which colloquial has been called Ponto’s Eye, watching over the city. The yellow painting transforms this pattern after it has been taken over by the Commerzbank.
In the third part of the installation the abstracted shape becomes a posture, presented as a drawing. It belongs to a political and economical Habitus.
Thus, the pure form has been transformed into a sign, an emblem and, finally, into an attitude.

Galerie Olschewski&Behm/ Frankfurt

Foto: Markus Winkler