TEK’crew

Die Ausdrucksmöglichkeiten durch Graffitis haben sich seit ihren Ursprüngen kaum verändert. Die Form an sich ist statisch, die Verstreuung derselben ist jedoch äußerst dynamisch und tritt in ein aktives Verhältnis zu ihrer Umgebung. Um diesen Prozess zu dokumentieren, habe ich von 2007-2008 diverse Graffiti-Crews in Frankfurt fotografiert. Durch Recherche fand ich heraus, dass die über die ganze Stadt hinweg verstreute Buchstabenkombination „TEK’crew“ eine regional sprühende Gruppe ist. Im Folgenden konzentrierte ich mich auf die Dokumentation dieser Crew. In dem entstandenem Katalog sind 130 Fotos zusammen gestellt worden, derzeit habe ich ca. 230 Bilder dieser Graffitis. Die Stadt Frankfurt hat sich mir durch das Suchen, Finden und Sammeln der TEK-Zeichen jenseits von touristischen oder routinierten Wegen und Räumen neu erschlossen. Um die Verstreuung der Zeichen und die hierdurch neu entstandenen Aufmerksamkeits-Zentren in der Stadt sichtbar zu machen, habe ich die einzelnen Orte der Graffitis mittels Fähnchen auf der Frankfurter Stadtkarte markiert. Die drei Buchstaben „Tek“ erscheinen zunächst wenig aufsehenerregend. Doch durch die größer angelegte Dokumentation und die Komposition des einzelnen Fotos in einem Katalog treten sie einerseits in eine Verbindung zueinander, wie anderseits auch zu den Jahreszeiten und Zufälligkeiten der Stadt. Genauso sind Graffitis etwas Flüchtiges und in den lebendigen Prozess der Umgebung eingewoben, das Medium der Fotografie vermag es jedoch, sie einzufangen und dadurch zu archivieren. Sie stehen gegen die offizielle Ordnung, sind kleine oder auch größere Terrorisierungen des öffentlichen Raums. In der gerahmten Einzelansicht des Fotos und in ihrer Gesamtheit auf der Stadtkarte können sie aber auch als eine alternative und spielerische Herangehensweise, wie als Reaktion auf die Stadt gelesen werden.

Frankfurt am Main
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