Das Toilettenhäuschen entstand im Rahmen eines Wettbewerbs für drei Pavillons im Frankfurter Bahnhofsviertel. Die Farbpalette war vorgegeben und bildete die Grundlage für die gestalterische Umsetzung. Jede Seite des kubistischen Baukörpers erhielt dabei eine eigene Farbe, wodurch eine klare, formalistische Gliederung entstand. Zentraler Bestandteil der Gestaltung ist ein Schriftzug, ein Zitat von Frank Stella: „What you see is what you see.“ Dieses Zitat wurde aufgegriffen und typografisch wie eine fortlaufende Schleife über das gesamte Häuschen gelegt. Wer um das Objekt herumgeht, liest den Satz immer wieder neu. Die Arbeit spielt bewusst mit der Ambivalenz zwischen Funktion und Wahrnehmung. Was sieht man hier eigentlich? Ein Toilettenhäuschen oder ein Kunstwerk? Die Gestaltung verweist auf den Formalismus des Zitats selbst und stellt die Frage nach der Grenze zwischen alltäglicher Infrastruktur und ästhetischem Objekt.